artitious

http://artitious.com/artist/miray-seramet/

13.07.16

 

interview with Luca Curci, curator of  „THE BODY LANGUAGE" exhibition in Bogotá on January 2016, during „PIXELS OF IDENTITIES"

BAC Gallery-Bogotà Arte Contemporàneo:

http://www.itsliquid.com/interview-miray-seramet.html

27.04.16

 

 

 

Renk-Magazin-Print

https://renk-magazin.de/liebes-wedding/

 Berlin, 2016

 

 

Art in Berlin, Text: Dr. Inge Pett

Miray Seramet: „Liebe ist…“

Um Gegensätze geht es auch in den Arbeiten der 1971 geborenen Künstlerin Miray Seramet, die sich selber als „Nylon-Fetischistin“ bezeichnet. „Mich fasziniert es, wie das scheinbar Schwache sich als stark erweist und umgekehrt“. Mit dieser Metapher spielt Seramet gekonnt. So umfasst die ausgebildete Textildesignerin mit der Nähmaschine zarte Nylonstrümpfe mit Maurerschnur und beobachtet, wie sich in den so entstandenen Gebilden der Druck verteilt. Als Kind eines türkischen Einwanderers der ersten Generation und einer „70er-Jahre-Mutter im Mini-Rock“ sei sie scheinbar unvereinbare Gegensätze gewohnt gewesen. Und diese hätten sie oft gestresst, bekennt Seramet. In ihrer Arbeit lässt sie die Einflüsse beider Kulturen erkennen. In der Wandinstallation „Gretchen in der Stube“ bezieht sie sich auf die Stelle aus Goethes Faust, in dem Gretchen beklagt, ihre Ruhe sei dahin. „Das ist meine Lieblingsstelle, denn hier geht es um pure Leidenschaft“. Seramet präsentiert in der Wandarbeit verschiedene Paare gefüllter Socken. Dabei handelt es sich um Objekte zwischen Sexshop-Zubehör und Kuscheltieren. Das Fell von Fuchs und Hase, Feinden in freier Wildbahn, kommt hier gleichermaßen zum Einsatz. Die Arbeiten sind sinnlich und frech, sentimental und humorvoll gleichermaßen. „Das Leben gehört zusammen“, habe ihr Vater immer gesagt, grammatikalisch zwar nicht ganz korrekt, aber dafür mit umso mehr Überzeugung. Ihm ist die gleichnamige Arbeit gewidmet: Zwei prall mit Schafwolle ausgestopfte Stützstrümpfe lehnen aneinander in einem Karton. Beide tragen ein Stück Federboa um den „Hals“ und nur aufgrund ihrer Haltung ist klar, welcher das männliche und welcher das weibliche Prinzip vertritt. In einer anderen Arbeit haben Faust und Gretchen geheiratet. Ob sie glücklich geworden seien? „Natürlich“, bestätigt die Künstlerin. Wie es eben, wenn es denn gut geht, mit der Liebe ist…

Berlin, den 19.05.2014

 

Pressetext zur Ausstellung: Liebe ist

Text: Dr. Helen Adkins

Miray Seramet (*1971 Krefeld) ist deutsch-türkischer Abstammung, hat Textil-Design studiert und macht klassischen Tanz. Diese Eckpunkte sind zentrale Themen für die Künstlerin: die Suche nach einem Ausdruck für die zweiteilige Identität sowie der Bezug zur eigenen Körperlichkeit werden in textilen Objekten und Bildern sowie Fotos und Projektionen zur Sprache gebracht.

Garn, Stoffe und Kleidung betrachtet Seramet als Symbolträger für Geschlechterrollen, aber auch für die eigene Identität, zwischen türkischer Tradition und modebewusster deutscher Frau. Die Strickmaschine ist ihr Werkzeug u.A. für die Verbindung von Maurerschnur und Nylons, eine allegorische Verstrickung zwischen Mann und Frau. In Den 20 verbindet Seramet hautfarbene Nylons, eine zweite weibliche Haut, schöner, dezenter und zugleich erotischer als nackte Haut mit kräftiger Maurerschnur, farbig und rau, ohne dass die scheinbar so zarten Nylons reißen. Es entstehen poetische Kollektionen, die eine konzeptionelle Vorgehensweise und extravagante Modekreationen verschränken.

Nylonstrümpfe – auf großformatige Leinwände angebracht, in Muster-Kartons oder als Soft-Objekte an der Wand präsentiert – kommen in fast allen Arbeiten vor. Die Nylons werden auf ihre Reißfestigkeit und Dehnbarkeit geprüft, ihre getragene und ungetragene Form untersucht, und als Collage gezeigt. Das besondere Kolorit wird hervorgehoben, sie werden mit Schafswolle gestopft und zu Brust-Penissen oder Vulva-artigen Knospen geformt. Gretchen in der Stube zeigt eine Reihung von androgynen Geschlechtsteilen, Zwitter zwischen Sexshop-Zubehör und sanftem Kuscheltier. Soft and Strong ist ein Fotoarbeit bei der flauschige, erotisch anmutende Ausschmückungen der Nylons, wie von einer Performance stammend, an der Künstlerin zu sehen sind.

Voller Humor und doch mit ernster Hinterfragung sprechen die Arbeiten das Thema der Liebe an.

Berlin, 2014

 

INTERNATIONALE KUNST HEUTE

Text: Dr. Ingrid Gardill

Entspannt und verspielt wie die Beine der Kinder, die von der Mauer herunter baumeln, während sie selbst ganz versunken sind so wirkt das Bild Hildegard 2 von Seramet Miray mit zwei Nylonstrümpfen vor schwarzem Grund. Dieser schimmert an den unverstärkten Stellen durch das Gewebe hindurch, denn es stecken noch keine Beine darin. Die deutsch-türkische Künstlerin hat sich ganz diesem Werkstoff verschrieben, der sie in seiner Elastizität und Transparenz fasziniert.spiel zweier Materialien. Es ist diese Spannung beim Aufeinandertreffen von Hartem und Nachgiebigem, um die Mirays Arbeiten kreisen. Wenn sie ein Stück Nylon mit Ästen stopft, dann wirken diese zunächst geborgen und geschützt, andererseits gefährdet das harte und spitze Astwerk das feine Gewebe. Dadurch entsteht ein überraschen- des, sehr poetisches Zusammen-Ein weißer, leicht transparenter Stoff ist an einer Stelle im Plisséemuster zusammengerafft, wodurch die dort leicht gewölbte Oberfläche hell schimmert. Die zarte Textur mit dem feinen Licht- spiel wirkt bezaubernd und erinnert an Festgewänder wie die zur Taufe oder Hochzeit. Miray spielt bewusst auf die Thematik der „Aussteuer“ und der Handarbeiten an, die in der Türkei für künftige Bräute verrichtet werden. Sie fertigt diese selbst mit Maschinen und inszeniert sie als Assemblagen in fremden, oft absurden Zusammenhängen. Sinnliche Werkstoffe setzt sie dabei verfremdend ein und thematisiert mit ihrer besonderen, feinen Ästhetik die offene und die verhüllte, verborgene, auch tabuisierte weibliche Sexualität, indem sie gängige Normen auf den Kopf stellt.

2014

 

Spezielles:

Vernissage "Gretchen in der Stube. Teil I und II" von Miray Seramet

Braunschweig.de/kultur/veranstaltungen

Skurril, komisch, und herausfordernd sinnlich sind die von Gretchens intimen Gedanken inspirierten textilen Plastiken von Miray Seramet. Handelt es sich seltsame Kuscheltiere oder etwa doch um verruchte Fetischgegenstände? Die Berliner Künstlerin zeigt in der Ausstellung "Gretchen in der Stube. Teil I und II" Objekte aus Nylon, Stoff und Fell, die den Betrachter durch ihre Uneindeutigkeit und provokante Präsenz irritieren. Auf humorvolle Weise wird dabei mit der Ungleichheit zwischen Mann und Frau gespielt und die Absurdität kultureller Grenzziehungen und Einordnungsversuchen von Geschlecht und Sexualität kommentiert.
Die Vernissage zu "Gretchen in der Stube. Teil I und II" findet am 10. Oktober 2013 um 19 Uhr in der Galerie des Kunstverein Jahnstraße e.V., Jahnstraße 8a, 38118 Braunschweig, statt. Die Ausstellung ist vom 10. bis zum 31.10.2013 jeden Donnerstag ab 19 Uhr geöffnet. Weitere Termine können per Email an galerie@kunstverein-jahnstrasse.de vereinbart werden. In der Galerie des Kunstverein Jahnstraße e.V. finden seit über einem Jahr verschiedenste Ausstellungen, Konzerte und Performances statt. Ziel des Vereins ist es, vielfältige junge Kunst in das westliche Ringgebiet zu bringen und damit den kulturellen Diskurs anzuregen.

Braunschweig, 10.10.2013 

 

 

 Sächsischen Staatspreis im Industriemuseum Chemnitz  "Textile Innovation"

18:00 "Im Gespräch" – Fachvorträge und Diskussion

"(Mehr)wert durch Industriedesign"

Präsentation "Textile Innovation" von Miray Seramet, Berlin 

Was passiert wenn unterschiedliche Materialien zusammentreffen, wie reagieren sie miteinander? Zu beobachten sind (Material-)Spannungen, welche in speziellen Materialverformungen sichtbar werden innerhalb der textilen Fläche. Durch das Besticken eines zweidimensionales Stoffes in Verbindung mit einem elastischen und nichtelastischen Stickfaden wird der zweidimensionale Stoff in eine dreidimensionale Fläche verformt - aufgrund der Spannungsverhältnisse. Durch diesen Eingriff ist es möglich die Dreidimensionalität dauerhaft im textilen Material zu verankern, ohne weitere chemische Ausrüstungen zu verwenden. Dieses hat den zusätzlichen Wert das die Umwelt vor weiteren chemischen Verschmutzungen verschon bleibt. Die Produktion des Stoffes erfolgt an einer 30 Meter Großstickmaschine der Firma Lässer/Schweiz.

Studium an der Fachhochschule Niederrhein/Krefeld im Fach Produkt-Design, Ergänzungsstudium an der Kunsthochschule Berlin Weißensee, im Fach Textil- und Flächendesign, Schwerpunkt meiner Arbeit ist Produktentwicklung, im Bereich Stickerei, Arbeit als freiberufliche Designerin für verschiedene Firmen Veröffentlichung von ausgewählten Arbeiten im Trevira Trendbuch 2006, 2007, Ausstellungen: Deutsches Textil-Museum/Krefeld, Transparente und nichttransparente Dekos in dreidimensionaler Optik.Kunsthochschule Berlin- Weißensee TF-Experimente 2009, Secondhome Projects: 2009-2010, Temp 4: Fadenspannungen, Temp 5: Soft and Strong, Temp 6: Verformungen

http://2009.design-in-sachsen.de/tag_des_designs_chemnitz.html

4.02.2010, Chemnitz

 

Deutsches Innovations Zentrum für Stickerei e.V.

Im Industriemuseum wurde am 04.02.2010 eine Ausstellung eröffnet, die prämierte und ausgewählte Arbeiten des Wettbewerbes zum zwölften Sächsischen Staatspreis für Design des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit vorstellt. Dort präsentiert wird auch die Kreation “Textile Innovation” von der Berliner Designerin Miray Seramet, die in Zusammenarbeit mit der Firma C.R.Wittmann Nachf. aus Netzschkau entstand. www.saechsisches-industriemuseum.de/_html/sonderausstellung/designpreis/index.htm

Chemnitz – 04.02.2010